Irrelevantes und sonstige Hirnauswüchse
 



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Ergebnis einer Aufräumaktion

Vor etwa 2 Jahren (und ein paar Monaten) bin ich im Zuge einer "Ich-räum-mein-Leben-auf"-Aktion aus meiner Rollenspielgruppe ausgestiegen. Ich wollte mich mit mir und meinem Platz in der realen Welt befassen, nicht mit fiktiven Charakteren in einer fiktiven Welt.

Nun war dieses Grüppchen mehr als nur eine Rollenspielgruppe.
Wir waren Freunde, zusätzlich zusammengeschweißt durch das gemeinsame Studium.
Wir haben DSA gespielt, aber mit wechselnder Besetzung, Gast-Spielern und Reinschnupperern auch mehrere andere Rollenspiele ausprobiert: Ars magica, D&D, Vampire, Herr der Ringe, Warhammer.. die üblichen Verdächtigen halt. Und mir hat das Spaß gemacht.
Wir haben auch andere Sachen unternommen, die man halt so macht mit Freunden. Grillen, Videoabend, Kino, Wanderausflug, Kneipe.. Hauptzusammentreffzeit war jedoch stets Abends zum Rollenspielen.

Seit ich dem jedoch dem innerlichen Drang gefolgt bin, mit Rollenspielen aufzuhören, gehörte ich irgendwie nicht mehr dazu. Bis auf eine Ausnahme habe ich nur noch sporadisch Kontakt mit diesen Leuten, die früher mein soziales Band waren. Meist ging der Kontakt sogar nur von mir aus - mal wieder melden, fragen wie's so geht, man könnte ja mal wieder was unternehmen und so.

Gut, ich gebe zu, in letzter Zeit auch nicht mehr so oft, weil ich mit meiner Abschlussarbeit beschäftig bin, und mir denke, dass SIE auch mal die Initiative ergreifen könnten, wenn ihnen irgendwas daran liegt.

Ich weiß nicht genau, warum dieser.. "Zerfall" stattgefunden hat.

Ein möglicher Grund ist, dass ich in dieser "Ich-räum-mein-Leben-auf"-Zeit erstmal auf Abstand zu allem und jedem gegangen bin, um herauszufinden was wichtig ist.
Mir ging's nicht wirklich gut in dieser Zeit. Psychisch und physisch kroch ich auf dem Zahnfleisch*). Viel innere und äußere Aufräumarbeit ist vollbracht worden. Aber bis auf die o.g. Ausnahme hat das keiner meiner damaligen Freunde wirklich mitbekommen. Keiner kam auf mich zu und hat gefragt, was los sei.

Ja, mögen manche jetzt sagen, du hättest ja selber mal hingehen und dir die Dinge von der Seele reden können.
Das ist an sich richtig.
Aber es ging nicht, mir fehlte die Kraft dazu. Und in all meiner aufgebauten Distanz hoffte ich doch, dass jemand von sich aus kommt, sich interessiert, zuhört.
Aber bis auf C. kam keiner.

Und so wurden Freunde zu Bekannten und ein Bekannter zum Freund. Freilich ist das einerseits schade. Andererseits hieß die Mission auch "aufzuräumen" und nur das zu behalten, was wirklich wichtig ist.

Mission erfolgreich ausgeführt, würde ich sagen.

Dennoch erschreckt es mich, wenn ich mir beim Gespräch mit einem der "ehemaligen Freunde" meiner eigenen zunächst freilich völlig unbewusst eingenommenen Körperhaltung bewusst werde und merke, wie abweisend ich ihm gegenüber stehe.
Aber warum auch nicht, wenn sich die Kontakte der letzten anderthalb Jahre an zwei Händen abzählen lassen und er mir auf eine Email so völlig unpersönlich antwortet, dass ich keinen Bock habe, auf die ebenso unpersönlich gestellte Frage zu antworten.

Seine letzte Worten im Gespräch waren "Wir bleiben in Kontakt."
Ich dachte "Aha. So wie in den letzten anderthalb Jahren."

Sein Gesicht, hätte ich es laut gesagt, wäre sicherlich interessant gewesen.

*) für meine Verhältnisse. Ich bin mir durchaus bewusst, dass ein Großteil der Menschen schlimmere Sachen durchmachen muss als ich.
2.10.09 23:53
 


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